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Der Nationalpark Böhmische Schweiz wurde in Tschechien im Jahre 2000 als vierter seiner Art gegründet. Als einmalige, vom Menschen kaum berührte, Landschaft, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Er umfasst eine Fläche von 79 km² und grenzt an den Nationalpark Sächsische Schweiz auf der deutschen Seite.

Die Geschichte dieser Landschaft beginnt vor vielen Millionen Jahren, als sich auf dem Gebiet der heutigen Böhmischen Schweiz ein seichtes Meer erstreckte. Gerade aus dessen sandigem Untergrund bildete sich nach dem Rückzug des Meeres die bewundernswerte Welt des Sandsteins. Eine Welt voller Felstürme, Brücken und Tore, eine Welt voller malerischer Steinformen, die an Bienenwaben oder Sanduhren erinnern.

Das Reich der Felsen ist aber kein Reich toter Steine. Im Gegenteil, es beherbergt seltene Tiere und bemerkenswerte Pflanzen. Nach vielen Jahren kehrte der Wanderfalke in die Böhmische Schweiz zurück, sein zu Hause findet hier auch der seltene Eurasische Luchs oder die größte europäische Eule der Europäische Uhu.

In den Schluchten der Bäche, Flüsschen und Flüsse können wir das Rufen des Eisvogles vernehmen, Spuren des Fischotters sehen oder die Silouette der Flußforelle erspähen. Auch der Lachs macht sich wieder auf die Reise in den Atlantischen Ozean und zurück in die Wasserläufe der Böhmischen Schweiz.

Den Charakter der Landschaft ergänzen markante Erhebungen vulkanischen Ursprungs, wie z.B. der Rosenberg mit seiner seltenen Flora (Neunblättriger Zahnwurz, Rippenfarn) und urwaldnahen Waldgesellschaften.

Die Landschaft der Böhmischen Schweiz wird seit jeher auch durch die Gegenwart des Menschen mitgestaltet. Friedenskreuze, Felskapellen und verlassene Kirchenwege erinnern an längst vergangene Geschichten hiesiger Bewohner. Der harmonische Einklang der einheimischen Bauwerke (sog. Häuser mit Umgebinde) zieht bis Heute die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich, welche sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in die Böhmische Schweiz aufmachen.